… hieß es am Montag nach den Faschingsferien für 15 Schülerinnen und Schüler unsere 11. Klassen und der Q12 am Hauptbahnhof München, bevor alle voller Vorfreude in den TGV nach Paris Est stiegen, um zum Gegenbesuch unserer Austauschpartner am Lycée François Magendie in Bordeaux zu starten. Nachdem diese im Dezember das vorweihnachtliche München hatten erleben dürfen, machten wir uns gemeinsam mit zehn Schülerinnen und Schülern unserer Nachbarschule, des Erasmus-Grasser-Gymnasiums, nach winterlichen Faschingstagen auf in den Frühling an der Atlantikküste.
Dort wurden wir am frühen Abend freudig von den Austauschpartnern empfangen und hatten in den nächsten Tagen ausgiebig Gelegenheit, diese wunderschöne Stadt an der Garonne, das Familienleben und das franz. Schulsystem kennenzulernen. Und nicht nur das: Da dieser Austausch im Rahmen des Programms Erasmus+ gefördert wurde, stand auch ordentlich Arbeit auf dem Programm, um unser schon in München begonnenes Projekt fertigzustellen. Dieses beschäftigte sich mit der Partizipationsmöglichkeiten einer nachhaltige Stadtentwicklung in München und Bordeaux, die die Schüler in deutsch-französischen Teams unter verschiedenen Gesichtspunkten untersuchten, um ihre Ergebnisse in einem kommentierten Fotokalender festzuhalten. Dieses Projekt gab uns die Möglichkeit, beide Städte auch jenseits der üblichen Touristenpfade zu erkunden; so besuchten wir in München bspw. den „Plantreff“, das Büro für Stadtentwicklung betreibt und wo wir über erfuhren, welche Einflussmöglichkeiten auch wir Münchner auf die Entwicklung unserer Stadt haben – auch für uns ein echtes „Aha-Erlebnis“. In Frankreich wiederum entdeckten wir Streetart, schauten uns an, wie alte Industriebrachen zu modernen Wohnvierteln aufblühen und informierten uns gleichzeitig über die verschiedenen Entwicklungsetappen der Stadt.
Aber unsere Besuche beschränkten sich nicht nur auf die Stadt. Am Mittwoch ging es, über abenteuerliche Umwege per Schienenersatzverkehr, an die Dune du Pilat am Atlantik. Und spätestens als wir am 25. Februar (!!!) weichen Sand zwischen den Zehen spürten, auf das Meer schauten und sogar zumindest zu Fuß die Wassertemperatur testeten (,die gar nicht soooo schlimm war), wussten wir, warum Gott in Frankreich lebt 😊
Was aber, abgesehen von aller Projetarbeit und touristischen Entdeckungen, einen nachhaltigen Eindruck hinterließ, waren die herzliche Gastfreundschaft der Austauschfamilien und die Freundlichkeit und Höflichkeit der Bordelais. Wir Münchner waren z.B. schon sehr beeindruckt von der Tatsache, dass man sich in Bordeaux beim Aussteigen beim Busfahrer bedankt und ihm einen schönen Tag wünscht. Wir haben den festen Vorsatz, ein bisschen von diesem französischen Charme als Souvenir mit nach München zu nehmen und in unserem Alltag umzusetzen. Das Miteinander wird dann einfach so viel leichter, haben wir festgestellt.
Stephanie Otto
PS: Für alle, die sich beim Lesen gefragt haben, woher die Zwischenüberschriften stammen: „Je vole“ von Louane (Original von Michel Sardou); findet sich leicht im Internet. Viel Spaß beim Hören.
Pour plus de français dans notre quotidien !
Vom 20. bis 27. November 2025 fand der traditionsreiche Schüleraustausch des Ludwigsgymnasiums mit dem Lycée Kléber in Straßburg statt. Insgesamt 19 unserer Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen erlebten eine intensive Woche voller interkultureller Begegnungen und setzten damit eine wunderbare Tradition fort: Die Partnerschaft zwischen unseren beiden Schulen besteht bereits seit dem Jahr 2011.
Auf französischer Seite nahmen Schülerinnen und Schüler aus der Seconde teil, also der franz. 10. Klasse. Das Programm bot eine ideale Mischung aus Kultur, Politik und winterlicher Atmosphäre, erlaubte den Münchnern aber auch, am Unterricht ihrer Austauschpartner teilzunehmen und die Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen System live zu erleben (und hinterher dankbar wieder ins deutsche System zurückzukehren…). Ein klassischer Höhepunkt war natürlich die Besichtigung der berühmten Straßburger Kathedrale mit der wegen der anstehenden Weihnachtszeit schon aufgebauten, beeindruckenden Krippe sowie die Fahrt mit dem Batorama auf der Ill, die den Schülern einen ersten Überblick über die historische Altstadt und das Gerberviertel „Petite France“ verschaffte.
Ein besonderer Schwerpunkt lag in dieser Woche auf der politischen Bildung. Da Straßburg als Symbol der europäischen Versöhnung und Demokratie gilt, durfte ein Besuch im Europaparlament nicht fehlen. Die Gruppe hatte das Privileg, nicht nur das beeindruckende Gebäude zu besichtigen, sondern auch – als erste Gruppe seit Bestehen des Austauschs! - live an der Eröffnungssitzung teilzunehmen – eine Erfahrung, die die abstrakten Abläufe der europäischen Politik hautnah greifbar machte und nach Meinung der Schüler gern hätte länger dauern dürfen.
Auch die Umgebung Straßburgs wurde erkundet. Ein Ausflug führte die Gruppe zur eindrucksvollen Haut-Koenigsbourg. Pünktlich zu unserem Besuch verwandelte leichter Schneefall die majestätische Festung in eine winterliche Kulisse. Die vorweihnachtliche Stimmung erreichte ihren Höhepunkt am Mittwoch, als der weltberühmte Straßburger Weihnachtsmarkt offiziell seine Pforten öffnete – auch das für uns ein einmaliges Erlebnis, weil diese Wochen normalerweise für unseren Besuch in Straßurg ausgeschlossen waren. Die bunten Stände und die festliche Beleuchtung waren der perfekte Abschluss dieser Woche – aber angesichts der Menschenmassen war es dann auch gut, am Donnerstag wieder nach München zurückzukehren.
Neben dem offiziellen Programm stand natürlich das Leben in den Gastfamilien im Mittelpunkt. Hier konnten die Jugendlichen ihre Sprachkenntnisse erproben und die kleinen, aber feinen kulturelle Unterschiede erleben – ganz klassisch oft beim Essen (die Bedeutung des desserts hat sich vermutlich jedem eingeprägt). Ob beim gemeinsamen Essen oder bei Freizeitaktivitäten wie gemeinsamem Eislaufen oder der Frage, wer mehr Flammkuchen schafft – die deutsch-französische Freundschaft wurde in dieser Woche aktiv gelebt.
Nach einer ereignisreichen Woche hieß es schließlich Abschied nehmen. Aber nach dem Austausch ist vor dem Austausch: Schon Mitte März dürfen wir uns auf den Gegenbesuch unserer Freunde aus Straßburg freuen und darauf, ihnen unsere Heimat zeigen zu dürfen.
Stephanie Otto
Vom 8. bis 15. Dezember 2025 fand der gemeinsame Schüleraustausch des Ludwigs- und Erasmus-Grasser-Gymnasiums mit dem lycée François Magendie aus Bordeaux statt. Beteiligt waren Schülerinnen der elften (und zwölften) Jahrgangsstufe, die eine abwechslungsreiche und lehrreiche Woche erlebten.
Ein besonderer Höhepunkt war der Tagesausflug nach Garmisch. Die Franzosen, die sonst den Atlantik und milde Temperaturen gewohnt sind, konnten noch wenige Reste von Schnee und Eis erleben. Am dort ansässisgen Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erhielt die Gruppe spannende Einblicke in wissenschaftliche Datenerhebung und aktuelle Klimaforschung.
Darüber hinaus nahmen die Schülerinnen die Stadtentwicklung Münchens genauer unter die Lupe. So fand ein Besuch im PlanTreff an der Blumenstraße statt, wo sich alles um Münchner Stadtentwicklung dreht. Auch die Ausstellung „What the city. Perspektiven unserer Stadt“ im Münchner Stadtmuseum lieferte konkretes Anschauungsmaterial für das Thema. In der Projektarbeit sollten die Schülerinnen und Schüler anhand konkreter Beispiele deutlich machen, wie sich München im Spannungsfeld von Wachstum, Nachhaltigkeit und Lebensqualität verändert und wie auch Münchner Bürger Stadtentwicklung mitgestalten können. Der Austausch bot damit nicht nur interkulturelle Begegnungen, sondern auch viele neue Perspektiven auf aktuelle gesellschaftliche Fragen.
Neben all der Arbeit kam aber auch der zwischenmenschliche Austausch beim Krampuslauf, Eislaufen und der Verkostung bayerischer Spezialitäten, die dem franz. Urteil wacker standhielten, nicht zu kurz. Ein besonderes Highlight war für die französischen corres, die das Glück hatten, Karten zu bekommen, der Besuch des Weihnachtskonzerts unserer am Mittwoch, das sie „méga-bien“ fanden.
Heute morgen hieß es Abschied nehmen, aber „ce n’est qu’un au revoir“, denn im Februar werden die LG-Schüler gemeinsam mit den Teilnehmern vom EGG in den Zug nach Bordeaux steigen und sicher viele interessante und spannende Erfahrungen dort sammeln. Wir alle freuen uns schon sehr darauf.
Stephanie Otto
Anlässlich des sechzigsten Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages, der am 22. Januar 1963 vom französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnet wurde und den Beginn einer engen Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland einleitete, fand ein Vorlesewettbewerb in den 8. Klassen statt.
Jede Klasse wurde von ein oder zwei besonders guten Lesern vertreten, die einen kurzen bekannten Text eingeübt hatten, aber auch vor der Lektüre einer unbekannten Geschichte nicht zurückschreckten. Alle Teilnehmer schlugen sich bravourös und konnten nach nur 4 Monaten Spracherwerb zeigen, wie gut sie die Aussprache schon beherrschen.
Die Jury wählte schließlich Amelie Hagner zur Schulsiegerin. Herzlichen Glückwunsch! Alle Teilnehmerinnen du Teilnehmer erhielten eine Urkunde, französische Kekse und die besten zusätzlich einen Buchpreis.
